
Seit einigen Monaten gibt es eine neue Möglichkeit, sich die derzeit noch niedrigen Zinsen bei Vergabe eines Immobilienkredites zu sichern. Was bisher nur bei der Nachfinanzierung mit dem so genannten Forward-Darlehen möglich war, ist nun auch bei der Erstfinanzierung machbar: zu noch besseren Bedingungen.
Dies ist auch notwendig, denn trotz der derzeitigen Konjunkturunsicherheiten auf dem Finanzmarkt zeigt der Daumen auf der Zinsskala doch eher nach oben. “Trotz der Konjunkturunsicherheit könnten die Leitzinsen im Euroraum ab Frühjahr 2008 wieder steigen, da die erwartete Inflation weiterhin über dem Zielkorridor liegt”, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount im Online-Baumagazin. Er geht von einer Steigerung von 4,7 auf 5 Prozent aus bei einem Baukredit mit zehnjähriger Laufzeit.
Daher wäre es durchaus wünschenswert, sich die derzeitig günstige Zinslage noch zu sichern. Das Schlagwort hierfür heißt Reservierungshypothek. Damit ist es möglich, bis zu einem halben Jahr vor Beginn der Hypothekenlaufzeit die Zinsen einzufrieren, sodass man sich in Ruhe auf die Suche nach dem geeigneten Kaufobjekt machen kann. Ein weiterer Vorteil: die Reservierungshypothek ist kein Zwang. Sollten also die Zinsen in der Zwischenzeit wider Erwarten fallen, so ist es durchaus möglich, den Immobilienkredit auch zu diesen Konditionen aufzunehmen, ganz in analoger Anwendung des Ausspruchs von Börsen-Guru André Kostolany: “Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muss spekulieren.”
Leider bietet nach jetzigem Stand erst ein Anbieter die Reservierungshypothek an, es wird aber erwartet, dass bald weitere folgen werden.
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