28.12.2007 – 04:39
Autor: Kredit News

Wer sich kurz fasst, spart Zeit, so die landläufige Meinung. Doch wie in vielen Bereichen hat auch hier der Finanzmarkt seine eigene Interpretation der herrschenden Regeln. Kurz oder kurzfristig und Sparen passen in der Bankenwelt normalerweise nicht zusammen.

Während nämlich Anleger mit kurzfristigem Anlageziel (Tagesgeld, Zertifikate oder andere spekulative Hebelprodukte) mit höheren Zinsen beschenkt werden, speist man auf langfristige Anlage zielende Kunden mit bescheidenen Abschlägen ab.

Durch die Immobilienkrise auf dem US-Markt u.a. ausgelöste Liquiditätsprobleme haben dazu geführt, dass die Geldinstitute sich gezwungen sehen, um das Kapital der Kunden zu buhlen – und dies mit sehr attraktiven Zinsen für kurzfristige Investitionen.

Aber auch auf der anderen Seite der schwarzen Linie, nämlich jenseits der roten, auf Seiten der Schuldner, erleben Zinsen eine entsprechende Wendung: Sofortkredite und andere Ad-hoc-Finanzspritzen sind mit hohen Zinsaufschlägen versehen.

Um diese zu enge Spanne zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen wieder in normale Bahnen zu lenken, haben sich die Notenbanken und allen voran die EZB entschlossen, dem Durst nach Kapital mit entsprechenden Finanzspritzen für die Bankhäuser entgegen zu wirken. Die unerwartete Geldflut wiederum ließ beinahe einige Dämme im Sinne kurzfristiger Geldgeschäfte brechen, worauf die Währungshüter ihrerseits das einstmals geliehene Geld gegen Verzinsung wieder zurück nahmen.

Dass diese Stütze den lahmenden Banken nicht ewig zur Verfügung steht und er Selbstheilungsprozess langsam (oder auch schneller) einsetzen sollte, ist nicht nur im Interesse der Kunden zu wünschen. Bis dahin bleibt Skepsis bei Schuldverschreibungen, vor allem bislang unbekannter ausländischer Banken angebracht.


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