
Je näher die Expertenanhörung zur Veräußerung von Immobilienkrediten an rabiat vorgehende Finanzinvestoren am 23. Januar 2008 rückt, desto mehr kommt die Debatte zum Schutz der Hausbauer in Gang. Dabei herrscht in einigen Punkten Einigkeit, in anderen gibt es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters noch Meinungsverschiedenheiten über die Details.
Konkret geht es um Vorschläge aus dem Finanz- und Justizministerium, die vor allem zwei Ziele umsetzen wollen: mehr Transparenz und bessere Kündigungsbedingungen.
Mehr Transparenz soll dabei durch eine stärkere Informationspflicht seitens des Kredit-Anbieters erreicht werden. So sollen Kunden mit einem Immobilienkredit rechtzeitig – im Gespräch sind drei Monate – darüber informiert werden, wann die Zinsbindungspflicht ausläuft. Gleiches gilt, falls der Gläubiger der Baufinanzierung wechseln soll. Über diesen Punkt herrscht zwischen CDU und SPD auch weitläufige Einigkeit.
Etwas auseinander driften die Meinungen dagegen beim erweiterten Kündigungsrecht. So möchten SPD-Experten teilweise einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Baudarlehen ermöglichen, sollte der Kreditanbieter wechseln, in diesem Fall solle auch auf Vorfälligkeitsentschädigungen verzichtet werden. Dem steht die CDU jedoch sehr kritisch gegenüber.
Der zurzeit vorliegende Vorschlag des Finanz- und Justizministeriums strebt nun eine Kompromisslösung an. Ein Sonderkündigungsrecht soll demnach nicht gelten, wenn nur die Forderung an ein anderes Kreditinstitut abgetreten wird. Nur bei einem echten Wechsel zu einer Bank, die auch im Grundbuch steht, solle es demnach möglich sein, kostenfrei kündigen zu können.
Wichtig ist der Koalition auch eine allgemeine Verbesserung des Kündigungsrechts für die Bauherren. Bisher hätten die neuen Gläubiger nämlich mit ihren aggressiven Methoden häufig für Unmut gesorgt, da sie bereits nach dem geringsten Zahlungsrückstand zur Kündigung gegriffen haben sollen. Eine Aufkündigung des Immobilienkredites solle in Zukunft nur noch möglich sein, wenn die Forderungen einen gewissen Prozentsatz der geforderten Restsumme erreicht habe.
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3 Responses to “Immobilienkredite: besserer Kreditschutz seitens der Regierung”
Die Banken haben von dieser Entwicklung noch nicht so viel mitbekommen.
Schuld ist aber die Revision, die das BAFin im Nacken hat und Basel II oder Basel III.
Es ist weiterhin das Fiasko, daß ein paar große Geldinstitute, die nicht ordentlich wirtschafteten, das ganze System stören.
Zwei Raten Rückstand bei einem Kredit, der über Jahre verzinst und getilgt wurde, macht ein Riesendebakel.
Wo sind denn jetzt die Regeln, die die Regierung aufstellen wollte?
Die haben heute mit anderen Sorgen zu tun, mit ihrem eigenen Haushalt und Griechenland.
By Dirksen on Sep 27, 2011