
Noch vor einigen Jahren erhielten Senioren nur selten einen Kredit. Besonders mit Hypothekendarlehen taten sich die Banken bei älteren Kunden schwer. Oft argumentierten die Banken, dass die Rückzahlungen gefährdet sind, wenn beispielsweise die Rente vor allem durch eine Verwitwung gemindert ist oder Geld für einen eingetretenen Pflegefall benötigt wird. Doch nun wandelt sich dieser Trend. Immer mehr Banken vergeben Seniorenkredite. Dabei verzichten sie auch auf Zinsaufschläge.
Immobilienexperten von Deutsche Bank Research schrieben sogar in einer aktuellen Studie: „Senioren werden zur wichtigsten Zielgruppe für die Immobilienwirtschaft.“ Diesen Schluss zogen sie aus der Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland. Denn seit vielen Jahren gibt es eine niedrige Geburtenrate und immer mehr ältere Menschen. Somit schließen kontinuierlich weniger Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren einen Hypothekenkredit ab.
Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren immer mehr ältere Menschen ihre Immobilie modernisieren oder in ein attraktiveres Objekt umziehen, weil ihr Eigenheim oder ihre Eigentumswohnung nicht seniorengerecht ist. Dafür benötigen sie meist einen Kredit. Allerdings sind die Hypothekendarlehen oft für 25 bis 30 Jahre bestimmt. Deshalb haben Banken extra Kredite für Senioren zugeschneidert.
Die Hannoversche Leben boten den allerersten Seniorenkredit an. Die Ruheständler erhalten maximal eine Kreditsumme von 60 Prozent des Marktwerts ihrer selbst genutzten Immobilie. Dabei verzichtet die Hannoversche Leben auf Tilgungsleistungen für den Seniorenkredit. Allerdings müssen die späteren Erben den Kredit tilgen, wenn der Kreditnehmer nicht bis zum Lebensende sein Darlehen zurückgezahlt hat.
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