
Gerade in den vergangenen Monaten fiel auf, wie unsicher sich die Zinsentwicklung darstellt. Manch ein Bauwilliger wird da vor ein paar Monaten den Ratschlägen mancher Experten gefolgt sein und seinen Immobilienkredit auf etwa 15 oder sogar 20 Jahre festgeschrieben haben.
Ein paar Monate später sorgen die Turbulenzen auf den Finanzmärkten dann für einen unerwarteten weiteren Zinsrückgang. Prognosen gehen auch derzeit eher in Richtung weiterer Zinssenkungen.
Sollte man also riskant kalkulieren und den Immobilienkredit zu einem variablen Zinssatz abschließen? Oder empfiehlt es sich, das Darlehen für lange Jahre festzuschreiben und damit eine eventuelle Zinssenkung zu verpassen? Beides muss nicht sein. Es gibt eine Möglichkeit dazwischen, genannt Cap-Kredit.
Bei einem Cap-Kredit (cap, engl. = Deckel) vereinbart man mit dem Darlehensgeber eine obere Zinsgrenze. Steigt der Zinssatz über diese Grenze hinaus, so trägt der Kreditgeber die zusätzlichen Kosten. Dabei hat man also etwas Planungssicherheit gewonnen. Diese Art des Kredit-Abschlusses wird schon seit längerem in der kommunalen Kreditwirtschaft (siehe Erlass aus dem Ministerium des Inneren, Brandenburg) angewendet.
Die Höhe des Caps ist dabei Verhandlungssache zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber. Für solch einen Cap-Kredit muss man dann eine Prämie zahlen. Dabei gilt:
- je niedriger die Cap-Grenze,
- je länger die Laufzeit,
- je stärker steigend die prognostizierte Zinsentwicklung,
desto höher wird auch die zu zahlende Cap-Prämie sein. Jeder muss hier also selbst rechnen und abschätzen, ob sich das Verhältnis Einsparung zu Prämienzahlung auch lohnt.
Es gibt jedoch auch noch einen weiteren Weg, die Kosten für eine Deckelung zu drücken. Durch einen Floor-Kredit, der im zweiten Teil dieser Serie erklärt wird.
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