
Die US-Notenbank Fed hat an dem vergangenen Wochenende die Notbremse gezogen. Nachdem J.P. Morgan kurz vor dem unausweichlichen Ende die Bear Stearns Investmentbank übernommen hatte, drohte Panik auszubrechen. Zuvor hatte die Notenbank noch Bear Stearns mit 200 Mrd Dollar unter die Arme gegriffen. Dadurch hilft Fed den großen Investmentbanken, denn sie macht durch die Senkung des Diskontsatzes das Geld billiger. Dadurch werden Kurzzeit-Kredite billiger, und die Banken haben es leichter, sich mit Liquidität auszustatten.
Dieser, ungewöhnlicherweise über das Wochenende erfolgte Schnelleingriff blieb natürlich nicht ohne Folgen: der US-Dollar sackte weiter durch, der Euro befindet sich derzeit auf einem Höhenflug: Mit 1,5688 Dollar wurde er an der Londoner Börse so hoch gehandelt wie noch nie seit seiner Einführung.
Außerdem suchen die Investoren nach sicheren Rücklagen, wie am derzeitigen Goldpreis zu erkennen ist. Der Preis für eine Feinunze Gold stieg auf ein Allzeit-Hoch von 1030,80 Dollar. Auch der Ölpreis setzt, angetrieben von Spekulanten, in diesem Fahrwasser seinen Höhenflug fort: in Fernost lag der Rekordwert nun bei 111,42 Dollar je Barrel.
Stichwort Diskontsatz: Der Diskontsatz ist ein von einer Zentralbank festgelegter Zinssatz, zu dem Banken so genannte Wechsel verpfänden können, um an Geld zu kommen. Dieses Geld bekommen die Banken dann, als Aufschlag müssen sie dafür den Diskontzins zahlen. Je niedriger dieser ist, desto einfacher ist es also, liquide zu werden. In Deutschland wurde der Diskontsatz bis 1999 von der Deutschen Bundesbank festgelegt, er galt auch als Basiszinssatz. Nach 1999 wurde der Diskontsatz durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank EZB ersetzt.
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