01.04.2008 – 13:53
Autor: Kredit Engel

Eine tolle Idee, ohne Jahre lang zu sparen einfach immer schön seine Miete zahlen und nach einigen Jahren besitzt man ein Eigenheim. Mietkauf heißt das Zauberwort, das schon einmal in den 70ern das Volk in die eigenen vier Wände bringen sollte. Doch Vorsicht: Wie der Focus berichtet, profitieren nur die Anbieter, aber nicht der Kunde.

Seit ein paar Jahren gibt es das sogenannte Mietkauf-Modell wieder. Von einigen Finanzberatern, Immobilienvermittler und Genossenschaften überarbeitet und aufpoliert wird es als „Eine neue Generation des Immobilienvertriebs“ angepriesen.

Was auf Broschüren, im Internet und sogar auf Ebay angeboten wird, klingt durchaus verlockend. Ohne Schulden auf der Bank, sogar ohne Schufa, den Traum vom Eigenheim realisieren, mit diesen oder anderen Argumenten wird der Kunde umworben. Dabei haben es die Anbieter gerade auf junge Familien ohne Eigenkapital, Selbstständige und Personen, die kein Kredit von der Bank bekommen, abgesehen.

Auch wenn es viele Mietkauf-Modelle am Markt gibt, so sind diese doch immer nach ein und dem selbem Muster gestrickt. Zuerst nutzt der Kunde seine Immobilie als Mieter und nach etwa zehn bis zwanzig Jahren muss er die Kaufsumme aufbringen. Die Miete die er im Lauf der Jahre gezahlt hat wird dabei zum Teil angerechnet.

Einziehen, Wohnen und irgendwann mal Zahlen. Was so einfach klingt, ist nach Meinung von sämtlichen Experten ein risikoreiches Geschäft im Vergleich zur normalen Baufinanzierung. „Ein normales Bankdarlehen ist billiger,“ laut Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, „besonders jetzt, da die Zinsen noch recht günstig sind.“ Auch wenn der Gedanke an der eigenen Immobilie ohne einen Immobilienkredit von der Bank beruhigender ist, so ist der Mietkauf trotz Rechentricks und Augenfischerei der Anbieter ein Draufzahlergeschäft.

Denn bei allen anderen Mietkauf-Modellen gibt es mehr Nachteile als Vorteile. So wird oft versucht, Ladenhüter mit Macken, oft gebrauchte und sanierungsbedürftige Immobilien, an den man zu Bringen. „Warum gibt es Mietkauf? Damit man ein Objekt endlich los wird, das regulär keiner will.“ erklärt Stefan Diepenbrock von der Haus & Grund Eigentümergemeinschaft Deutschland. Er ist der Überzeugung, dass alle Beteiligten vom Mietkauf profitieren – nur nicht der Kunde.

Anwalt Kröber rät, sich beim Mietkaufvertrag besonders das Kleingedruckte durch zu lesen. Während bei einer herkömmlichen Baufinanzierung der Kunde gleich im Grundbuch steht, wird der Mieter erst Jahre später zum Besitzer. Oft bedingen sich die Anbieter aus, dass sich der Bewohner bis zum Eigentumsübergang auch um Sanierungsfragen, wie Leitungen erneuern oder Heizung reparieren lassen, zu kümmern haben.

Grundsätzlich sollte, wer 20 bis 30 Prozent Eigenkapital zur Verfügung hat, niemals auf einen Mietkauf eingehen. Da hier laut Verbraucherschützer ein klassisches Annuitätendarlehen günstiger und in der Regel unriskanter ist. Damit der Traum für denjenigen ohne Erspartes war werden kann, sollte ein eiserner Sparwille und Ausgabendisziplin vorhanden sein und zudem sein Arbeitseinkommen auf Dauer gut einschätzen können. Denn höchstens unter Verwandten macht ein Mietkauf noch Sinn. Etwa, wenn Großeltern ihrem Enkel eine Art Privatkredit geben und ihm monatliche Mietzahlungen auf einen Kaufpreis anrechnen.

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    1. One Response to “Mietkauf – Eigenheim trotz knapper Kasse?”

    2. Grundsätzlich ist es auch zu empfehlen, einen Immobilienkredit aufzunehmen, wenn man gar kein Eigenkapital hat, zumindest in der aktuellen Niedrigzinsphase.

      An dieser Stelle vielen Dank für die stets interessanten und aktuellen Berichte. Ich verwende viel vom Kredit-Engel-Wissen auch bei der baumärktlichen Beratung.

      By Konrad Emil on Apr 4, 2008

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