
Der Kontodaten-Klau, auch Phishing genannt, hat sich laut Angaben vom Bundeskriminalamt um 20 Prozent auf 4200 Fälle erhöht. Damit wächst die Gefahr des Daten-Diebstahls für Kunden von Online Banken, aber auch am Geldautomaten und in Ladengeschäften ist es nicht mehr sicher.
Die Gesamtzahl der im Internet begangenen Straftaten erhöhte sich dabei um acht Prozent auf 180 000. Der hierbei erbeutete Wert liegt im Schnitt zwischen 4000 und 4500 Euro. Es werden sogar bereits Tools für die Erstellung von Phishing-Mails angeboten.
Um an die Daten zu kommen, senden die Betrüger zum Beispiel eine E-Mail, in der unter einem Vorwand versucht wird, den Kunden auf eine falsche Internetseite zu locken, wie es in der letzten Woche bei Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken der Fall war. Auch der Betrug mit gefälschten EC-Karten nahm deutlich zu, hier spionierten Kriminelle mit immer raffinierteren Tricks die Daten und Geheimnummern aus.
Neuerdings sind sogar Aktiengeschäfte in das Visier von Betrügern geraten, wie das BKA mitteilte. Im Falle eines klassischen Daten-Diebstahls erschleichen sich die Betrüger den Zugang zum Internet-Konto. Doch mit diesen Daten gelingt es ihnen mittels entsprechenden Zugriffs auf das Aktiendepot der nichtsahnenden Verbraucher zu gelangen und die Aktiengeschäfte damit zu manipulieren.
Zudem ist es denkbar, dass Verbrecher über die Online-Buchungen Urlaubsdaten erfahren, um so zum Zeitpunkt des Urlaubs die Wohnung in aller Ruhe auszurauben. Wertvolle Lieferungen werden mit Hilfe von gestohlenen Lieferdaten entwendet, weil die Täter dann genau wissen, wo eine teure Ladung transportiert wird. Wenn sie dann etwa einen Lkw ausrauben, entsteht ein hoher Schaden für die Firmen.
Im letzen Jahr registrierte das BKA trotz regelmäßiger Warnungen 1349 Manipulationsversuche an 459 Geldautomaten, was somit einen Anstieg von 50 Prozent entsprach. Mit Hilfe der Manipulation gelangen die Täter, über das Lesen der EC-Karte mit einem Vorsatzgerät am Kartenschlitz und einer Minikamera, an die Kontodaten und die Geheimzahl.
Diese Manipulationen sind vom Laien oft nicht zu erkennen. Die gestohlenen Daten werden dann ins Ausland geschickt, wo Kopien der Karten hergestellt würden. In Deutschland entstand so ein Schaden von 21 Millionen Euro. Dabei wurde in 70 000 Fällen mit Hilfe der Dubletten Geld abgehoben, zugleich geht das BKA von einer hohen Dunkelziffer aus.
Vermehrt beobachten die Ermittler auch in Geschäften die Manipulation an Kartenlesegeräten. So wurde in einem Baumarkt in Hessen eingebrochen und ein sogenanntes Point-of-Sales-Terminal manipuliert, sodass die Daten der Kunden beim Bezahlen geklaut werden konnten. Durch diese Methode seien die Daten von 1400 Kunden in die Hände der Kriminellen gelangt, und richteten einen Schaden von 1,4 Millionen Euro an.
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