Der Finanzdienstleister AWD hat nach Angaben von NDR Info IT-Entwicklern freien Zugriff auf Kundendaten gewährt. Ein Test des Radiosenders bestätigte diesen Verdacht.

Die externen Software-Entwickler haben die echten Kundendaten für die Erstellung neuer Software benutzt. Damit läge der Sicherheitsstandard des Finanzdienstleisters AWD unterhalb von denen von Sparkassen oder Banken.

Der schleswig-holsteinische Datenschutzexperte Thilo Weichert bezeichnet die Praxis, externen IT-Experten echte Kundendaten zukommen zu lassen laut NDR Info als absolut unzulässig. Für die Softwareentwicklung genüge die Verwendung von Testdatensätzen.

Der NDR berichtet, er habe Teile der Daten überprüft. Die dort zu findenden Personen und Firmen hätten dem Sender gegenüber bestätigt, Kunden bei AWD zu sein. AWD selbst widerspricht der Behauptung, dass seine Sicherheit nicht branchengemäß sei.

Schon im Oktober Datenklau
Schon im Oktober hatte der NDR über Sicherheitspannen bei dem Finanzdienstleister berichtet, damals seien Kundendaten entwendet worden, Informationen hierüber liegen dem Sender vor. AWD bat daraufhin den NDR, ihn bei den Ermittlungen zu unterstützen und stellte bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt. Der NDR habe jedoch die Datenherausgabe an die Staatsanwaltschaft verweigert, obwohl AWD wiederholt darauf hingewiesen habe, dass bei Herausgabe der Informantenschutz gewährleistet sei, auf die der NDR verweist.


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