19.03.2010 – 11:58
Autor: Kredit News

Die Versorgung mit Bargeld ist in den letzten Monaten immer stärker zum Kundenärgernis geworden. Während früher Kontoinhaber problemlos an allen Geldautomaten Geld abheben konnten und die Kosten an Automaten anderer Bankengruppen akzeptabel waren, sind seit 2009 verstärkt Gebührensteigerungen und sogar Einschränkungen bei den Verfügungsmöglichkeiten zu verzeichnen.

Enorme prozentuale Kostensteigerungen
Private Verbraucher sollten künftig stärker auf die Preisverzeichnisse an den Bankautomaten achten, wenn sie außerhalb der Öffnungszeiten Bargeld abheben wollen. Bis zu 10 Euro verlangen einige Banken und Sparkassen, wenn Kunden anderer Kreditinstitute Geld am Automaten abheben. Die Gebühr wird dann direkt vom Konto eingezogen und ist erst später auf dem Kontoauszug zu sehen.

Besonders teuer sind bei einigen Sparkassen Verfügungen mit fremden Kreditkarten geworden. Die Sparkassen berechnen eine eigene Gebühr zwischen 3 und 6 Euro pro Verfügung. Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, weisen die Automaten den Preis separat aus und verlangen eine Bestätigung per Taste als Einverständnis.

Bei Kreditkarten verlangt dann die ausgebende Kreditkartenbank noch eine zusätzliche Bargeldabhebungsgebühr, die prozentual vom verfügten Betrag berechnet wird und die oft aus einem Mindestbetrag besteht. Wenn eine Kreditkartenbank beispielsweise für 300 Euro eine Gebühr von 3 Prozent verlangt, summieren sich die Gesamtkosten einer einzigen Abhebung zusammen mit der Gebühr der Sparkasse von 6 Euro auf 15 Euro.

Gebühren blockieren die Automatenauszahlung
Ein besonderer Effekt dieser neuen Kosten von Sparkassen tritt beim Verfügungsrahmen auf. Bei Kreditkarten gilt für den Bargeldservice oft ein anderes Limit als das generelle Kreditlimit der Karte – in der Regel zwischen 250 und 300 Euro. Da die Gebühr der Sparkasse bei Abhebung des Maximalbetrages dazugerechnet wird, lehnt das Autorisierungssystem der Kreditkartenbank meist die Auszahlung ab, denn durch die Extra-Gebühr wird das Limit überschritten.

Kreditkartenkunden reagieren dann oft verunsichert, da sie befürchten, ihre Kreditkarte wurde „leer geräumt“. Die Politik hat sich bereits in die Gebührenfrage eingeschaltet und verlangt Preisobergrenzen für Geldautomatengebühren und die generelle Anzeige der Kosten auf den Displays der Geldautomaten.

Problemfall Direktbanken
Die Direktbanken unterhalten aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen deutlich weniger Geldautomaten als die traditionellen. Der Spitzenreiter unter den Geldautomatenbetreibern, die Sparkassen-Finanzgruppe mit rund 20.000 Automaten, hat im vergangenen Jahr die Kreditkarten von Direktbanken, darunter von der DKB für Bargeldverfügungen in den meisten Fällen ausgeschlossen. Hier ist die Bargeldverfügung mit der VISA-Kreditkarte weltweit kostenlos.

Gerichte wurden bemüht, die letztendlich nach mehreren Instanzen den Ausschluss bestätigt haben. Statt der Kreditkarte blieb den Direktbankkunden immerhin noch die normale Bankkarte und die Nutzung der Automaten anderer Bankengruppen, die weniger empfindlich reagierten.


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