
Ein nicht erwarteter Ansturm auf die Mittel aus den verschiedenen Förderprogrammen in Kombination mit der Finanznot der Bundesregierung zwingen die staatseigene KfW zur Einstellung ihres Programms “Energieeffizient Sanieren (Programm 152).
Nur wer seinen Antrag bis zum 31.08.2010 stellt, erhält noch das zinsgünstige Darlehen in Höhe von maximal EUR 50.000 pro Wohneinheit zur Finanzierung energiesparender Einzelmaßnahmen oder den Kauf eines sanierten Gebäudes. Allerdings wurde der für dieses Darlehen bisher gültige Zinssatz von effektiv 2,02% bereits angehoben auf 2,32%. Auch die alternativ mögliche Zuschussvariante (Programm 430), durch die Einzelmaßnahmen mit Euro 2.500 oder maximal Euro 13.125 Pro Wohneinheit gefördert wurden, läuft zum 31.08.2010 aus.
Alternative bei der KfW
Eine Ausweichmöglichkeit bietet das KfW-Programm 141, in dessen Rahmen Modernisierungsmaßnahmen in Höhe von 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal aber bis zu Euro 100.000 weiterhin gefördert werden. Allerdings sind die Darlehen aus diesem Programm, das Zinsfestschreibungen von fünf oder zehn Jahren zulässt, mit mindestens 2,62% deutlich teuerer. So zeigt beispielsweise ein Vergleich mit den von Tarif24 ins Netz gestellten aktuellen Konditionen, dass andere Finanzinstitute das Fünf-Jahres-Darlehen derzeit bereits mit 2,43% anbieten.
Gestrichen werden auch große Teile des Programms 431 “Energieeffizient Sanieren”. Die Prämie von Euro 150 für den Einbau eines Nachtspeicherofens wird zum 01.09.2010 ebenso auslaufen wie die Übernahme von einem Viertel der Kosten, die im Zusammenhang mit der Optimierung der Wärmeverteilung anfallen.
Die KfW begründete der Streichungen mit dem unerwartet hohen Volumen der Förderkredite, das im ersten Halbjahr 2010 mit 2,9 Milliarden Euro deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs (plus 17%) gelegen hat. Die vom Bundesministerium bereitgestellten Mittel für Zinsverbilligungen und Zuschüsse waren mit 1,35 Milliarden Euro um 40% geringer als im Vorjahr und werden für 2011 nur noch 436 Mio Euro betragen. Viele Eigentümer sanierungsbedürftiger Objekte werden zukünftig auf eine “normale” Baufinanzierung zugreifen müssen, vergessen darf man dabei auch niemals die Zusatzkosten, die durch Notar, Bauversicherung, Grundbucheintrag, etc. hinzukommen. Die Zinsen dafür liegen zum Glück auf einem nie da gewesenen Tiefstand.
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