
Wer an diese Stelle neue Nachrichten über einen Kredit erwartet hat, der kurz vor dem Jahreswechsel schnell noch einmal mit einer Geld- oder Sachprämie, einer attraktiven Verlosung oder einem noch zum Jahresende noch einmal verbesserten Kondition ausgestattet worden ist, wird enttäuscht sein: In den letzten Tagen des Jahres scheint auch im Wettbewerb der Banken um Kunden eine Festtagsruhe eingetreten zu sein.
Der Wettbewerb wird härter
Die Produktgestalter der Finanzinstitute haben sich nach unserer Ansicht eine kleine Ruhepause wohl verdient, zumal jetzt noch gestartete Aktionen den Weihnachtsumsatz nicht mehr fördern können und Gefahr laufen, ihren möglicherweise spektakulären News-Effekt über die Feiertage etwas einzubüßen. Doch im kommenden Jahr werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit wieder über viele interessante Werbeaktionen berichten können, denn der Kampf um die Kunden ist nicht nur härter geworden, sondern auch zunehmend Erfolg versprechender geworden.
Das ergab ein von der Puls Marktforschung veröffentlichtes Umfrageergebnis, das auf Grundlage einer Befragung von 1.000 deutschen Bankkunden vielleicht nicht wirklich repräsentativ genannt werden kann, aber doch einen klaren Trend angibt. Danach haben in 2010 acht Prozent der Befragten eine bestehende Bankverbindung, die eine Anlage, ein Girokonto oder einen Kredit bedeuten kann, gekündigt. Weitere zehn Prozent haben eine Kündigung ihrer Bankverbindung für 2011 vorgesehen. In 2009 lag die Quote der wechselwilligen Kunden noch bei insgesamt sechzehn Prozent.
Zunehmende Wechselbereitschaft
Finanzinstitute, die einen besonders attraktiven Kredit im Angebot haben, können somit zunehmend davon ausgehen, mit ihren Offerten auch Bestandskunden anderer Institute zu erreichen. Der aufgeklärte Bankkunde wird laut Puls Marktforschung immer wechselwilliger und damit illoyaler. Gewinner sind die Institute wie die ING-Diba, die comdirect und die DKB, die seit Erhebung entsprechender Daten in 2009 ihren Kundenstamm kontinuierlich zu Lasten insbesondere der traditionellen Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken ausweiten konnten.
Noch deutlicher fallen die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Bereitschaft, ein weiteres Konto bei einem anderen Institut als der Hausbank zu eröffnen, aus: Insgesamt 26 Prozent der Befragten haben diese Kontoeröffnung im Laufe des Jahres 2010 entweder bereits vorgenommen oder für 2011 in Planung. Im Jahr 2009 lag diese Quote noch bei 22 Prozent.
Den Produktgestaltern der Banken (und natürlich auch allen unseren Lesern) wünschen wir einige ruhige, besinnliche Feiertage und wenn möglich einige arbeitsfreie Tage zwischen den Jahren. Denn im kommenden Jahr werden sie sich wieder warm anziehen und sehr kreativ sein müssen, um im Kampf um die inzwischen bei den Banken wieder sehr beliebten privaten Verbraucher punkten zu können. Wir freuen uns schon darauf, in 2011 wieder von manchem besonders attraktiv gestalteten Kreditangebot berichten zu können.
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