
Einen Tag lang könnten die rund 20.000 Mitarbeiter der HVB-Group, die Vertreter der Stadt München und viele private Verbraucher deutlich verunsichert worden sein: Der Platow-Brief hatte am Dienstag dieser Woche darüber berichtet, dass die UniCredit den Markt sondiert für den Verkauf der HypoVereinsbank.
Nach Angaben des renommierten Börsen-Informationsdienstes Platow-Brief, der sich wiederum auf Informationen aus Finanzkreisen berief, hatte die italienische Mutter, die UniCredit in Mailand, ihre deutsche Tochter diversen Instituten, unter anderem der Deutschen Bank und der Commerzbank, zum Kauf angeboten. Den 20.000 Mitarbeitern der HVB-Group, die schon die Fusion der Bayerischen Vereinsbank mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank hatten verarbeiten und nur wenige Jahre später erleben müssen, dass die so entstandene HypoVereinsbank an die italienische UniCredit verkauft wurde, könnte die Nachricht einige Sorgen gemacht haben.
Auswirkungen für die Stadt München und die privaten Verbraucher
Für die Stadt München hätte ein Verkauf der inzwischen in UniCredit umfirmierten HypoVereinsbank, die lediglich noch die alte Marke weiterführt, an ein Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main eine mittlere Katastrophe bedeutet, denn im Zuge eines solchen Verkaufs würde sie vermutlich viele Arbeitsplätze und Steuereinnahmen einbüßen.
Den privaten Verbrauchern wäre, wenn die Platow-Meldung vom Dienstag der Wahrheit entsprochen hätte, ein beliebter Konsumentenkredit abhandengekommen. Denn es wäre dann wohl sehr unwahrscheinlich gewesen, dass der neue Eigentümer der HypoVereinsbank alias UniCredit (Deutschland) den Vertrieb von italienischen Produkten der UniCredit Mailand weiter fortgeführt hätte.
Verkaufsabsichten dementiert
Doch die Verwirrung währte nur kurz: Nachdem Bloomberg am Dienstagabend nur meldete, dass Vertreter beider Institute keinen Kommentar zum Sachverhalt abgeben wollten, kam am Mittwoch das für alle Betroffenen erlösende Dementi: Laut einem Artikel im österreichischen Wirtschafts Blatt soll eine Sprecherin der UniCredit Mailand die Gerüchte als völlig haltlos bezeichnet haben. In dem Zusammenhang wurde eine frühere Äußerung des CEO Theodor Weimer zitiert, wonach die HypoVereinsbank für den UniCredit-Konzern der Fels in der Brandung sei. Diese Aussage wurde mit einem um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Ergebnis von insgesamt 1,226 Milliarden Euro nach Steuern und einer soliden Eigenkapitalausstattung belegt.
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