16.03.2011 – 13:18
Autor: Kredit News


Was Japan am vergangenen Freitag widerfahren ist, schien bis dato nur aus der Feder eines Science-Fiction Autors stammen zu können. Nicht genug, dass der Inselstaat von einem mit einer Stärke von 9,0 auf der nach oben hin offenen Richterskala schwersten Erdbeben überhaupt getroffen wurde.

Durch das Beben wurde zusätzlich ein Tsunami ausgelöst, der mit einer Höhe von bis zu 10 m über Teile der Ostküste hinweggefegt ist und dabei vermutlich viele 1.000 Menschen in den Tod gerissen und immense Schäden angerichtet hat. Als ob dies nicht schon tragisch genug wäre haben das Erdbeben und der Tsunami zu einem Ausfall des Reaktor-Kühlsystems vom AKW Fukushima I geführt, was im Worst Case zu einer atomaren Verseuchung der ganzen Region – inklusive Tokio! – führen kann.

Größter Versicherungsschaden weltweit zu erwarten
Als hoch entwickeltes Land weist Japan einen vergleichsweise hohen Versicherungsgrad auf, so dass ein Großteil der Sachschäden vermutlich von Unternehmen aus der Versicherungsbranche abzudecken sein wird. Ob die Schäden dabei den Rekordwert des Erdbebens im japanischen Kobe (100 Milliarden USD) ist noch nicht abzuschätzen. Fakt scheint jedoch zu sein, dass viele Gewerbeimmobilien außerhalb der großen Agglomerationsräume nicht versichert gewesen sind, da den Besitzern die Prämien zu hoch erschienen.

Ausfall großer Teile der Produktion
Als direkte Folge der erschreckenden Ereignisse sind große Teile der japanischen Produktion entweder stark eingeschränkt oder gar gänzlich zum erliegen gekommen. Hierzu zählen bspw. die Automobil- und die Elektronik-Komponenten-Produktion. Der Ausfall resultiert dabei nicht in jedem Fall aus einer Zerstörung der Anlagen, sondern vor allem weil die Produktion von und die Versorgung mit Strom teilweise erheblich eingeschränkt ist. So muss der Strom in Tokio und den anderen betroffenen Gebieten oftmals rationiert werden, um wenigstens eine gewisse Grundversorgung ermöglichen zu können.

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft
Die genauen Auswirkungen der Produktionsausfälle für die Weltwirtschaft sind derzeit schwer zu beziffern. Erste Expertenmeinungen tendieren jedoch dahin, dass die Auswirkungen eher begrenzt bleiben sollten, wenn sich die Situation vor Ort nicht weiter verschärft. Aus diesem Grund sollte die Wirtschaft in Deutschland und großen Teilen der übrigen Welt auch weiterhin prosperieren. Kritisch kann es jedoch werden, wenn entsprechend große Mengen Radioaktivität nach Tokio gelangen und die Metropole verseuchen.


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