11.04.2011 – 11:23
Autor: Kredit News


Seit Donnerstagmittag ist es amtlich: Die EZB hebt den Leitzinssatz mit sofortiger Wirkung von 1,00 auf 1,25 Prozent an. Die Zinsentscheidung kam nicht überraschend, wenn sie auch mit Blick auf die Eurokrise nach Ansicht vieler Ökonomen zur falschen Zeit kommt.

Die Entscheidung der EZB wird unterschiedlichste Folgen haben, die Verbraucher auf der Kredit- wie auf der Anlagenseite spüren werden und die, sollte die Tendenz anhalten, mit negativen Auswirkungen auf die Inlandskonjunktur und die EU-Krise verbunden sein wird: Der Euro, der im Verhältnis zum US-Dollar ohnehin schon die 1,43 Marke erreicht hatte, wird – Gegenbewegungen aufgrund der Euro-Krise außen vor gelassen- steigen, in Folge dessen werden sich Exporte verteuern. Anlagezinsen werden, soweit die Zinserhöhung nicht in den letzten Tagen schon vorweggenommen worden ist, anziehen. Mit ihnen die Zinsen für Kredite, und davon betroffen ist der private Verbraucher auf der Suche nach dem günstigsten Online Kredit ebenso wie die Industrie und die hoch verschuldeten EU-Länder. Das alles wird in Kauf genommen, um eine Preisstabilität zu wahren, die mit der in der Euro-Zone im März 2011 gemessenen Inflationsrate von 2,6 Prozent nicht mehr sichergestellt war.

Erläuterung der Auswirkungen auf Verbraucherkredite
Dass ein Online Kredit teurer wird, wenn die Finanzinstitute für die Refinanzierung mehr bezahlen müssen, steht leider außerhalb jeder Diskussion, und wenn es auch immer wieder Banken geben wird, die – oft im Rahmen befristeter Aktionen- die Preise für ihre Produkte antizyklisch festsetzen, ist die Zinskurve der nächsten Wochen vorbestimmt. Sie zeigt nach oben, und jeder Verbraucher, der eine anstehende Kreditaufnahme noch zurückgestellt hatte, sollte jetzt tatsächlich schnell handeln. Wir fürchten, in der nächsten Zeit mit Meldungen über Zinserhöhungen für Kreditprodukte kaum mehr nachkommen zu können.

…auf die EU-Krisenländer
Dass eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte die europäischen Länder wie Irland, Griechenland und Portugal, die derzeit neun und mehr Prozent für Anleihen bieten müssen, um noch an frische Gelder zu kommen, in größere Probleme bringen wird, ist auf den ersten Blick nicht ganz einleuchtend; zu groß ist die Diskrepanz zwischen dem Leitzins und dem tatsächlichen, hohe Risikokosten enthaltenden Preis der Anleihen. Dieser Aspekt der heutigen Zinsentscheidung wird erst mit Blick auf das für 2011 und darüber hinaus geplante Ziel der EZB deutlich.

Finanzexperten erwarten auf Basis der von Jean-Claude Trichet und anderen Mitgliedern des EZB-Rates bekannten Äußerungen noch mindesten zwei gleich hohe Zinsschritte im Laufe des Jahres2011, manche Ökonomen gehen sogar davon aus, dass der Leitzins bis zum Jahresende auf zwei Prozent ansteigen könnte. Auch wenn noch keine Entscheidung über weitere Zinsschritte getroffen worden ist: Die Erfahrungen lehren, dass eine Zinswende nicht innerhalb eines Jahres beendet wird, demnach auch in 2012 weiter steigende Zinsen wahrscheinlich sind. Die sich daraus ergebenden, spürbaren Mehrkosten bei der Emission von Anleihen werden die Krisenländer besonders belasten und könnten ein Grund für eine weiter anhaltende Euro-Krise sein.

… und auf den Euro und die Gesamtwirtschaft
Institutionelle Anleger gehen nach dem gleichen Prinzip vor wie viele private Anleger: Sie bringen das Kapital dort hin, wo es die höchste Rendite verspricht. Eine Zinserhöhung in Europe bei einem fast auf Null gestellten Zinsniveau in Japan und den USA lässt deshalb immer mehr Geld in die Euro-Zone fließen. Daraus folgt ein Kursanstieg des Euros in Relation zum US-Dollar, zum japanischen Yen oder zu vielen anderen Währungen.

Für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ist eine solche Entwicklung negativ; so würde zum Beispiel mit steigendem Euro bei einem deutschen Automobilhersteller, der seine Fahrzeuge in die USA verkauft und dort in Landeswährung bezahlen lässt, der Gegenwert des Kaufpreises in Euro bei unverändertem Preisniveau sinken. Will der Hersteller den gleichen Gegenwert in Euro, muss er seine Produkte verteuern, – mit allen möglichen negativen Auswirkungen auf den Umsatz. Ein starker Euro bringt demnach Nachteile für exportstarke Länder. Wer mehr importiert, kann einen entsprechende Vorteil verbuchen.

Resümee
Schon diese wenigen, sehr vereinfacht dargestellten Beispiele machen deutlich, wie stark die globale Vernetzung ist und welche weit reichenden Folgen eine auf den ersten Blick wenig spektakuläre Zinserhöhung der EZB haben kann. Doch der private Verbraucher sollte sich durch die Folgen nicht verunsichern lassen und seine Chance nutzen, sich bei konkretem Kreditbedarf so bald als möglich eines der derzeit noch sehr günstigen Produkte aus unserem Online Kredit Vergleich zu sichern. Denn der Zusammenhang zwischen dem Zinssatz für einen Konsumentenkredit und dem Leitzinssatz ist unbestritten; demnach könnte es nur eine Frage der Zeit sein, wann die günstigsten Angebote vom Markt genommen werden.


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