FIBOR - Kreditlexikon

FIBOR ist die Abkürzung des englischen Begriffes Frankfurt Interbank Offered Rate. Dies war in der Vergangenheit ein Referenzzinssatz für den Geldmarkt, der seit 1985 am Finanzplatz Frankfurt am Main berechnet wurde. Er galt als Grundlage für die DM – Termingelder der Interbankgeschäfte.

Als Vorbild diente der britische LIBOR (London Interbank Offered Rate). Demnach handelte es sich dabei um einen Zinssatz, zu dem die Geschäftsbanken gewillt waren, bei anderen Kreditinstituten Deutsche Mark – Gelder für einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten anzulegen. Dies konnte entweder in Form von Festgeldern oder aber als Termingeldanlage erfolgen. Zwar handelt es sich bei den Interbankgeschäften ausschließlich um vertragliche Absprachen zwischen den Geschäftsbanken; jedoch stellen diese gleichzeitig einen Maßstab für die Kundengeschäfte der jeweiligen Banken dar.

Die Berechnung der Zinsen erfolgte für 1 bis 12 Monatsgelder auf Basis der Eurozins – Methode, d.h. die Zinstage wurden genau nach Kalender bestimmt. Die Ausgangsbasis zur Berechnung des FIBORs bildete die Quotierung von 19 Referenzbanken. Für solche Kreditinstitute war kennzeichnend, dass sie eine ausgezeichnete Bonität vorweisen konnten. Das Valutadatum, an dem die Wertstellung erfolgen musste, wurde im Normalfall zwei Tage nach Geschäftsabschluss angesetzt.
Der Vorgang der Zinssatzfestlegung, wurde als FIBOR – Fixing bezeichnet.

Im Juli 2006 wurde diese Vorgehensweise um das Tagesgeld – Fixing erweitert. Die Veröffentlichung des Tagesgeldzinssatzes fand an jedem Handelstag um 11 Uhr statt.
Mit der Einführung des Euros wurde der FIBOR zu Beginn des Jahres 1999 durch den EURIBOR ersetzt, wodurch eine Vereinfachung des Handels mit anderen Banken der EU – Länder ermöglicht wurde.

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