Bonität - Kreditlexikon

Unter Bonität ist die Kreditwürdigkeit einer Privatperson, eines Unternehmens oder eines Landes zu verstehen. Die Bonitätsprüfung ist unverzichtbarer Bestandteil jeder Kreditprüfung; gesetzlich vorgeschrieben ist sie allerdings erst ab einer Kredithöhe von 750.000 Euro (§ 18 KWG).

Bei Unternehmenskrediten nimmt die Prüfung der Bonität einen breiten Raum ein. Neben den sachlichen Bonitätsmerkmalen, die sich aus den Bilanzen ergeben, fließen auch weiche Bonitätsmerkmale wie die Solidität, die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, die Glaubwürdigkeit, der gute Ruf und die Vertrauenswürdigkeit in die Bonitätsprüfung ein. Sofern es sich um einen Neukunden handelt, bedient sich das kreditausreichende Institut dabei auch der Auskünfte anderer Banken und der Analysen unabhängiger Rating-Agenturen.

Auch für Wertpapieremittenten spielt die Bonität eine wichtige Rolle, denn die Bonität bestimmt die Rendite, die Anleger von einer Anleihe oder einer Aktienemission erwarten. Im Zusammenhang mit der Emission von Wertpapieren kommt der jeweiligen Rating-Note der internationalen Rating-Agenturen wir S&P, Moody’s und Fitch eine besondere Bedeutung zu.

Bei Privatkunden wird die Bonität in der Regel durch standardisierte Verfahren geprüft, in denen aus der Summe aller Bonitätsmerkmale eine statistische Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt wird. Neben den Ergebnissen aus der Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie der Ausgaben- und Schuldensituation kommt dem Schufa-Score hierbei eine besondere Bedeutung zu. In den Schufa-Score fließen neben der Benotung aus dem Zahlungsverhalten der Vergangenheit auch weiche Merkmale wie zum Beispiel die Anzahl der Kreditkarten, Girokonten oder auch Auslandsaufenthalte oder der Wohnsitz ein. Aufgrund der einfließenden weichen Daten kann ein Bonitätsrating nie ganz objektiv sein, sondern spiegelt lediglich die Ausfallwahrscheinlichkeit in der jeweiligen Bonitätsgruppe wider.

Da in jedem Fall unterschiedlichste Bonitätskriterien vorliegen können, wird die Bonität in abgestuften, für Unternehmen und Privatpersonen unterschiedlichen Ratingnoten ausgedrückt. Doch für alle gilt, dass die Ausfallgefährdung mit sinkender Bonitätsstufe steigt. Dementsprechend erhöhen sich mit sinkender Bonität die für einen Kredit zu zahlenden Zinsen.

Für die Finanzinstitute ist die Bonität eines Kreditkunden nicht nur eine entscheidende Größe für die Ausfallwahrscheinlichkeit. Auch der mit Kernkapital zu unterlegende Kreditteil wird unter anderem durch die Bonität des Kreditnehmers bestimmt. Da eine höhere Eigenkapitalunterlegung mit höheren Kosten verbunden ist, wirkt sich auch diese Komponente zinserhöhend aus.

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